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Regenrückhaltebecken Bemessung – Rückhaltevolumen fachgerecht berechnen
Fachgerechte Bemessung des Rückhaltevolumens nach DWA-A 117 – für Wohnungsbau, Gewerbe, Industrie und Infrastrukturprojekte.
Ein Regenrückhaltebecken dient dazu, Niederschlagswasser vorübergehend zu speichern und anschließend kontrolliert beziehungsweise gedrosselt abzuleiten. Dadurch können Kanalisation, Gewässer und nachgeschaltete Entwässerungssysteme vor zu hohen Abflussspitzen geschützt werden.
Damit das Rückhaltebecken seine Funktion zuverlässig erfüllt, muss das erforderliche Speichervolumen fachgerecht ermittelt werden.
Das Planungsbüro M. Rudolf unterstützt bei der Bemessung von Regenrückhaltebecken für Wohnungsbau, Gewerbe, Industrie und Infrastrukturprojekte.
Warum muss ein Regenrückhaltebecken bemessen werden?
Die Größe eines Rückhaltebeckens kann nicht allein anhand der Grundstücksfläche festgelegt werden. Entscheidend ist, wie viel Niederschlagswasser bei einem relevanten Regenereignis anfällt und wie viel Wasser gleichzeitig gedrosselt abgeleitet werden darf.
Ist das Rückhaltevolumen zu klein, kann es zu einer Überlastung des Systems kommen. Eine überdimensionierte Anlage kann dagegen unnötig große Flächen und Investitionen verursachen.
Eine fachgerechte Bemessung soll deshalb ein technisch ausreichendes und wirtschaftlich sinnvolles Rückhaltevolumen bestimmen.
Welche Faktoren bestimmen das erforderliche Rückhaltevolumen?
Für die Bemessung eines Regenrückhaltebeckens müssen verschiedene Eingangsgrößen berücksichtigt werden.
Angeschlossene undurchlässige Fläche
Dachflächen, Verkehrsflächen, Parkplätze und andere befestigte Flächen erzeugen einen deutlich höheren Regenwasserabfluss als unbefestigte Flächen.
Für die Berechnung wird deshalb unter anderem die tatsächlich abflusswirksame beziehungsweise reduzierte Fläche ermittelt.
Niederschlagsintensität
Die zu erwartende Niederschlagsbelastung ist ein zentraler Faktor der Bemessung. Dabei werden geeignete Niederschlagsdaten und Bemessungsregen für das jeweilige Projekt herangezogen.
Drosselabfluss
Ein Rückhaltebecken speichert das Wasser nicht dauerhaft. Über eine Drossel wird die Abflussmenge begrenzt.
Der zulässige Drosselabfluss muss entsprechend der örtlichen und technischen Randbedingungen festgelegt werden.
Überlaufhäufigkeit und Bemessungsansatz
Für die Bemessung eines Rückhalteraums spielt auch die angesetzte Überlauf- beziehungsweise Wiederkehrhäufigkeit eine Rolle.
Welche Werte anzusetzen sind, hängt vom Projekt und den jeweiligen Anforderungen ab.
Abflussbeiwert und Fließzeit
Auch Abflussbeiwerte und die Fließzeit des Niederschlagswassers können in die Berechnung einfließen und beeinflussen das erforderliche Rückhaltevolumen.
Regenrückhaltebecken nach DWA bemessen
Für die Bemessung von Regenrückhalteräumen ist das DWA-Regelwerk eine wichtige technische Grundlage. DWA-A 117 behandelt die Bemessung von Regenrückhalteräumen und beschreibt unterschiedliche Berechnungsansätze.
Welche Methode für ein konkretes Projekt geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe und Komplexität des Einzugsgebiets sowie den Anforderungen an den hydraulischen Nachweis ab.
Wie läuft die Bemessung eines Regenrückhaltebeckens ab?
Bestands- und Flächenermittlung
Zunächst werden die angeschlossenen Flächen und deren Nutzung ermittelt. Dazu gehören beispielsweise Gebäude, Dächer, Parkplätze, Zufahrten und Verkehrsflächen.
Ermittlung der Niederschlagsbelastung
Im nächsten Schritt werden geeignete Niederschlagsdaten für das Projekt berücksichtigt.
Festlegung des Drosselabflusses
Anschließend wird geprüft, welche Wassermenge maximal weitergeleitet werden darf.
Berechnung des erforderlichen Speichervolumens
Aus den maßgeblichen Eingangsgrößen wird das notwendige Rückhaltevolumen ermittelt.
Dabei wird untersucht, bei welcher Kombination aus Regendauer und Niederschlagsintensität das größte erforderliche Speichervolumen entsteht.
Hydraulische Prüfung und Planung
Auf Grundlage der Berechnung kann das Rückhaltebecken beziehungsweise der Rückhalteraum dimensioniert und technisch in das Entwässerungssystem integriert werden.
Regenrückhaltebecken für Gewerbe und Bauprojekte
Regenrückhalteanlagen können bei sehr unterschiedlichen Projekten erforderlich werden, beispielsweise bei:
- Gewerbegebieten
- Industrieanlagen
- Wohngebieten
- Mehrfamilienhausanlagen
- Einkaufszentren
- Parkplätzen
- Logistikstandorten
- kommunalen Bauvorhaben
- größeren Neubaugebieten
Insbesondere bei größeren versiegelten Flächen kann die kontrollierte Rückhaltung des Niederschlagswassers eine wichtige Rolle im Entwässerungskonzept spielen.
Oberirdisches oder unterirdisches Rückhaltevolumen?
Nicht jedes Projekt benötigt zwingend ein klassisches oberirdisches Regenrückhaltebecken.
Je nach Grundstückssituation können beispielsweise folgende Lösungen geprüft werden:
- oberirdisches Regenrückhaltebecken
- unterirdische Rückhaltespeicher
- Speicherrigolen
- Rückhaltekanäle
- Kombinationen aus Rückhaltung und Versickerung
Welche Variante technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten, der verfügbaren Fläche und den Anforderungen an die Einleitung ab.
Genehmigung und Nachweise für Regenrückhaltebecken
Neben der eigentlichen Dimensionierung können für ein Regenrückhaltebecken weitere technische Unterlagen und Nachweise erforderlich sein.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Entwässerungsplan
- hydraulische Berechnung
- Nachweis des Rückhaltevolumens
- Angaben zum Drosselabfluss
- Darstellung des Überlaufs
- Nachweis der Notentwässerung
- Abstimmung mit dem zuständigen Entwässerungsträger
Die konkreten Anforderungen werden projektbezogen geprüft.
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