Geschichte der Abwasserbeseitigung in München

Das Beseitigen von Abwasser hat in München eine bemerkenswert lange Geschichte – und führt doch immer wieder in unsere heutige Zeit. Schon im engen Mittelalter mussten sich Stadtväter mit den hygienischen Folgen dichter Besiedlung auseinandersetzen. Die Versitzgrube war über Jahrhunderte das übliche Entwässerungssystem; Fäkalien gelangten ungehindert ins Grundwasser und verseuchten die meist nur wenige Meter entfernten Frischwasserbrunnen mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Seuchen wie Typhus und Cholera waren die Folge.

Über die Entwässerung Münchens ist bis zum frühen 19. Jahrhundert wenig Konkretes bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach bestanden ähnliche Verhältnisse wie in vielen anderen deutschen Städten: Bürger entsorgten Abwasser in Versitz- und Abortgruben, Häuser nahe einem Bach leiteten ihren Unrat direkt hinein. Regenwasser landete in der wasser­durchlässigen Sohlen­schicht der Bäche – Schmutzstoffe und Bakterien gelangten in den Untergrund und in das Grund­wasser, das die Brunnen nährte.

Erst mit der Ernennung des Wasserbau­ingenieurs Karl Probst 1809 begann eine neue Ära. Mit dem Bau des ersten unterirdischen Abwasserkanals 1811 setzte München einen Meilenstein, der bis heute nachwirkt – und auf dessen Schultern auch unser Planungsbüro steht: als Bewahrer und Weiterentwickler einer Disziplin, die seit über 200 Jahren das Leben in der Stadt erst möglich macht.

1397

Erste städtische Reinigungs­ordnung in München

München vergibt das Amt zur Stadtreinigung an den Bürger Wendelhauser und vergütet ihn mit 4 Pfund Quatembergeld. Das damalige Entwässerungssystem ist die Versitzgrube – Fäkalien gelangen ungehindert ins Grundwasser, oft direkt neben den Frischwasserbrunnen.

Erste dokumentierte Abwasser-Verwaltung
1809

Karl Probst wird Bauinspektor der Residenzstadt

Mit Bescheid König Maximilian I. Joseph von Bayern wird der Straßen- und Wasserbauingenieur Karl Probst zum Bauinspektor der Haupt- und Residenzstadt München ernannt. Sein Auftrag: ein moderner, hygienisch unbedenklicher Abwasserkanal für die Stadt.

1811

Münchens erster Abwasserkanal

Probst erhält die Baugenehmigung und errichtet den ersten Abwasserkanal Münchens – vom Promenadenplatz über die Windenmacherstraße bis zum Hofgarten. München zählt zu diesem Zeitpunkt rund 50.000 Einwohner. Der Kanal markiert den Beginn der modernen Stadtentwässerung in Bayern.

Promenadenplatz – Hofgarten
1820

Kanalbaubeiträge für Hausbesitzer

Baurat Probst beantragt die Heranziehung der Hausbesitzer zu Kanalbau­beiträgen. Es wird beschlossen, alle Kanäle nach und nach unterirdisch zu verlegen und die Anschlusspflicht für jedes Haus einzuführen – die Geburtsstunde der Hausanschlussleitung, wie wir sie heute kennen.

um 1850

Cholera-Epidemien zwingen zum Umdenken

Das Kanalnetz wächst ohne System, ohne Bemessung, mit unzureichendem Gefälle und Dichtheit. Schmutzwasser exfiltriert ins Grundwasser, Brunnen werden verseucht, hunderte Menschen sterben täglich an Cholera. Erst danach beginnt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit hygienischer Stadtentwässerung – ein Lernprozess, der bis heute fortwirkt.

1985

Gründung Planungsbüro M. Rudolf

Inhaber Manfred Rudolf gründet in München sein eigenes Planungsbüro für Abwassertechnik. Schwerpunkt von Anfang an: maßgeschneiderte Entwässerungs­konzepte für private, gewerbliche und kommunale Auftraggeber – mit dem Anspruch, jedes Projekt als individuelle Aufgabe zu behandeln, nie als Schablone.

Inhabergeführt seit Tag 1
1990er

Spezialisierung auf Dichtheitsprüfungen

Mit der Einführung verschärfter Anforderungen der Münchner Stadt­entwässerung wird die Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 zum Kernthema. Das Büro begleitet hunderte Bauherren durch Genehmigungsverfahren und etabliert sich als verlässlicher Ansprechpartner für die Münchner Behörden.

2000er

Digitale Plan­erstellung

Übergang von Tuschezeichnung zu CAD-gestützter Plan­erstellung. Entwässerungs­eingabepläne werden in höherer Detailtiefe und mit normgerechten Symbolen erstellt – die Behörden­korrespondenz beschleunigt sich deutlich, Plan­änderungen sind schneller einarbeitbar.

2010er

Schwerpunkt Bestandssanierung

Mit dem Älterwerden der Münchner Bausubstanz rückt die Sanierung von Bestandsgebäuden in den Fokus. Das Büro entwickelt Konzepte zur Erneuerung schadhafter Grundstücks­entwässerungs­anlagen – vom Einfamilienhaus bis zum großen Mehrfamilien­wohnobjekt.

heute

Klimaanpassung & Regen­wasser­konzepte

Starkregenereignisse häufen sich, Versiegelung nimmt zu. Heute liegt der Schwerpunkt zunehmend auf Regenrückhaltung, Versickerung und ganzheitlichen Wasser­konzepten – für Parkplätze, Einkaufszentren, Gewerbe­objekte und Wohnanlagen. Über 40 Jahre Erfahrung fließen in jede Planung.

40+ Jahre Erfahrung · 500+ Projekte

Wofür wir heute stehen

Inhabergeführt, normgerecht, individuell. Diese drei Prinzipien tragen unser Büro seit der Gründung im Jahr 1985.

Inhabergeführt heißt: Sie sprechen mit dem Planer, nicht mit einem Account-Manager. Jede Anfrage landet direkt bei jemandem, der Ihre Pläne fachlich beurteilen kann – ohne Umweg über Zwischenebenen.

Normgerecht heißt: Wir kennen die DIN-Reihen 1986, 1610, 4045 und die Münchner Entwässerungs­satzung im Detail. Was wir planen, hält der Prüfung der Münchner Stadt­entwässerung stand – das ist der Unterschied zwischen einem Plan, der genehmigt wird, und einem, der nachgebessert werden muss.

Individuell heißt: Kein Projekt gleicht dem anderen. Wir empfehlen nichts, was Ihrem Objekt nicht angemessen ist – weder zu groß dimensioniert noch zu eng auf Kante. Sie zahlen für Ihre Lösung, nicht für eine Standard­schablone.

Profitieren Sie von 40 Jahren Münchner Erfahrung

Wir kennen die Münchner Stadt­entwässerung, die DIN-Normen und die Tücken jeder Bestands­situation. Sprechen wir über Ihr Projekt.

089 680 93 172
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